GedankenSpiel

Praxis für Psychotherapie

Polyamorie

Polyamorie – Psychotherapeutische Begleitung

Polyamourös zu sein ist nichts Neues, auch wenn der Begriff erst vor kurzem in den aktuellen Sprachgebrauch und die allgemeine Wahrnehmung vorgedrungen ist. Ich bin der Meinung, dass unsere Gefühlswelt ohnehin polyamourös angelegt sein muss, denn wie sonst könnten Eltern mehrere Kinder gleichzeitig lieben und die Kinder wiederum, lieben ebenfalls viele Personen – man nennt dies Familie. Ja, ich bin polyamourös!

Polyamorie – nur ein Begriff oder doch ein Lebensstil?

Polyamorie ist ein Sammelbegriff. Es gibt die unterschiedlichsten Lebens- und Beziehungsstile abseits der Monogamie, die unter dem Überbegriff „Poly” subsummiert werden. Allen ist aber gemein - keine Geheimnisse. Das ist einer der wichtigsten Bestandteile polyamorer Beziehungen.

Während die serielle Monogamie, die derzeit am weitesten verbreitete Beziehungsform in unseren Breitengraden, zum „Fremdgehen“ und „Betrug“ neigt, spielen die Polyamoren mit offenen Karten. Sie leben mehrere Liebes- und Sexbeziehungen gleichzeitig, und zwar so transparent wie möglich.


Nachfolgend die gängigsten Beziehungsformen der Polyamorie:

  • Primärbeziehung oder -partnerschaft Liegt eine Primärbeziehung vor, gibt es einen zentralen Partner*in mit dem das Leben verbracht wird. Dies kann die Ehe, Familienplanung und eine gemeinsame Wohnung beinhalten.
  • Sekundärbeziehung oder -partnerschaft 
    Bei einer sekundären Beziehung handelt es sich auch um eine langjährige Partnerschaft. Diese ist jedoch bei weitem nicht so ernst wie die Primärbeziehung. Kinder und Heirat sind hier normalerweise kein Thema. Die Primärbeziehung wird immer an erster Stelle in Ihrem Leben kommen.
  • offene Ehen und offene Beziehungen 
    In diesen Beziehungsformen gibt es das Einverständnis, dass jede/r unabhängig voneinander Sexualpartner*innen haben kann. Die Sexualität ist nicht exklusiv auf die Partnerschaft beschränkt. 
  • Beziehungsnetzwerke 
    Es gibt keine Primärbeziehung, sondern es gibt ein loses Netzwerk an Beziehungen von Menschen, die sich untereinander oft auch kennen. 

Monogam oder doch polyamourös – was passt für mich? 

Polyamourös zu leben, ist nicht unbedingt einfach. Wir Menschen sind nämlich, ob wir das wollen oder nicht, von Erwartungshaltungen geprägt. Dieser Begriff ist zwar in Verruf gekommen, seit sich unsere moderne Gesellschaft der hohen Kunst bedingungsloser Liebe zugewandt hat. Die Umsetzung im Alltag hinkt allerdings deutlich hinterher. 

Die Vorstellung, eine Person exklusiv „zu besitzen“ sitzt tief. Wir werden wohl noch ein Weilchen Zeit und Geduld benötigen, bis den meisten Zeitgenossen klar geworden ist, dass man andere nicht besitzen kann. Jeder Mensch ist frei geboren und hat das Recht, sich seinen eigenen Vorstellungen gemäß zu entfalten, auch polyamourös. 

Polyamorie ist also Liebe ohne Anspruch auf Exklusivität.

Wer kommuniziert sorgt für Nähe und Vertrauen – in jeder Beziehung.

Viele Menschen fühlen sich durch ihr Treue-Versprechen in ihrer Zweier-Beziehung eingeengt. Ein Gegenentwurf zur Monogamie ist die Polyamorie – ein Lebensstil, der Liebesbeziehungen zu mehr als einem Menschen erlaubt. Doch leicht zu leben ist auch er nicht. Es gibt bei Polyamourösen nämlich einen Kernpunkt und der ist wesentlich: Ehrlichkeit.

Wer seinem jeweils wechselnden Gegenüber vorgaukelt monogam zu sein, ist schlicht und einfach unehrlich. Die meisten Menschen spüren, wenn ihnen etwas vorgemacht wird. Unser Unterbewusstsein kann nämlich exzellent zwischen Authentizität und Show unterscheiden – vorausgesetzt, wir vertrauen dieser inneren Stimme und lassen nicht wohlwollendes Wunschdenken Überhand nehmen. Die Königsdisziplin im Polyamourösen ist also von Ehrlichkeit und Offenheit geprägt.

In polyamourösen Beziehungen ist Kommunikation besonders wichtig

Kommunikation sorgt für Nähe und Vertrauen – in jeder Beziehung. Für Menschen in polyamourösen Beziehungen ist Kommunikation besonders wichtig und notwendig. Denn im Beziehungsgeflecht gilt es, nicht nur mit den eigenen Wünschen und denen des einen Partners umzugehen, sondern Bedürfnisse von drei oder mehr Menschen wahrzunehmen, zu verstehen und zuzulassen, dabei auch Grenzen zu setzen, Vereinbarungen zu treffen und Spielregeln auszuhandeln. Die Bereitschaft, eigenes Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls zu korrigieren, ist unerlässlich, wenn das Netzwerk funktionieren soll.

Was erwartet Sie In der Beratung und Therapie mit mir?

Als Mensch und Therapeut beschäftige ich mich täglich mit unterschiedlichen Beziehungsstilen und -formen – egal, ob monogam oder nicht monogam, ob hetero-, bi- oder homosexuell. Monogamie sehe ich dabei nicht als einzige mögliche, gesunde und lebbare Form der Paarbeziehung bzw. Beziehungsgestaltung an. Meiner Überzeugung nach, gibt es nicht nur ein ideales Beziehungsmodell, das für alle Menschen gilt, sondern dass die optimale Beziehungsform eine ist, die die beteiligten Partner*in selbst einvernehmlich gestalten, unter Berücksichtigung ihrer individuellen Wünsche, Vorlieben und ihrer konkreten Situation.

Einige Fragen aus der Praxis:

  • Möchte ich und wie möchte ich Polyamorie leben?
  • Wie gehe ich mit Bedürfnissen, Grenzen und Kompromissen in meiner polyamourösen Beziehung um?
  • Welche Regeln können wir aufstellen, damit Polyamorie emotional und auch praktisch lebbar wird?
  • Wie kann ich in einer polyamourösen Beziehung mit meiner Eifersucht umgehen?
  • Wie kläre ich meine langfristige Lebensplanung und Fragen des Zusammenwohnens und Kinderkriegens?

Diese und weitere Fragen, Anliegen und Sorgen bespreche ich mit Ihnen in einer offenen und vertrauensvollen Atmosphäre. Dafür biete ich ihnen einen geschützten und sicheren Raum, damit Sie ganz Sie selbst sein können. 

Sie leben bereits Polyamorie oder möchten sich darauf vorbereiten oder lediglich informieren?

Egal, ob Sie Polyamorie bereits leben, sich informieren oder auf eine Öffnung Ihrer Beziehung vorbereiten möchten. Oft hilft ein Blick von außen, um Klarheit und Sicherheit zu erlangen. Gerne unterstütze ich dabei, den Herausforderungen auf dem Weg dahin zu begegnen, mit auftauchenden Problemen umzugehen und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten und zu finden.